Rotklee

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Rotklee ist bereits seit langem eine bekannte Heilpflanze. So wurden ihr im Mittelalter besondere Kräfte nachgesagt, die auch als Zaubermittel eingesetzt werden konnten. Daher fand Rotklee bei Riten zur Steigerung der Fruchtbarkeit, Liebeszauber und dem Auffinden von Hexen Verwendung. Heute noch gilt ein vierblättriges Kleeblatt als Glücksbringer.

Auch die bekannte Äbtissin Hildegard von Bingen (1098-1179), die in ihrem neunbändigen Werk „Physika“ die Heilkräfte der Natur untersuchte und beschrieb, wandte Klee als Arzneimittel bei „Verdunkelung der Augen“ an. Ihr Werk „Physika“ findet in Teilen noch heute in der naturkundlichen Medizin Verwendung.

In der Signaturenlehre geht man davon aus, dass man am Äußeren der Pflanze die Krankheit erkennen kann, gegen die sie wirksam eingesetzt werden kann. Hier kommt es zu einer Übereinstimmung mit der Lehre von Hildegard von Bingen, denn die Zeichnung auf den Blättern des Rotklees in Form eines Halbmondes, soll die Wirksamkeit im Einsatz gegen den Grauen Star aufzeigen.

Einer der Väter der Lehre über die Botanik, Leonhard Fuchsius (1501-1566), ging davon aus, dass Rotklee bei Weißfluss von Frauen hilfreich zum Einsatz kommen kann. Volksmedizinisch fand Klee in abgekochter Form als Heilmittel bei Magenkatarrh, Bronchitis und Durchfall Verwendung. Zwei Teelöffel Rotkleeblüten auf eine Tasse heißes Wasser sollen bei Erkältung schleimlösend wirken.

Der Leibarzt von dem Erzherzog Ferdinand und Kaiser Maximilian II, Pier Andrea Matthiolus (1501-1577), setzte Rotklee bei Durchfall und Geschwüren ein. Diese heilende Wirkung beschreibt er auch in seinem kräuterkundlichen Werk „Herbarium“.

Heutzutage wird Rotklee zur Blutreinigung und Nervenberuhigung eingesetzt. Bei Depressionen angewandt soll er das psychische Gleichgewicht wieder herstellen und allgemein stärkend wirken. Gemeinsam mit anderen pflanzlichen Hilfsmitteln kann es auch bei Geschlechtskrankheiten wie Pilze oder Entzündungen in der Scheide angewandt werden.

Bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte, Ekzeme, Geschwüre oder Warzen findet Rotklee in konzentrierter Form auch äußerlich Anwendung.